Re: unerwünschtes markieren


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Abgeschickt von Sigrid am 29 Juli, 2007 um 01:49:21

Antwort auf: unerwünschtes markieren von Torsten am 25 Juli, 2007 um 09:51:01:

Es ist im Grunde ganz normales Markieren ihres Reviers. Die Katze sieht es - vermutlich durch die ältere, für sie fremde Katze, eventuell aber auch durch den zwar vertrauten, aber in letzter Zeit oft kämpfenden Kastraten - bedroht und macht ihren Anspruch auf das Revier so geltend. Nicht grundlos wählt sie auch die Stellen: geliebter Liegeplatz (den auch die andere beansprucht) und den Liegeplatz deiner Freundin (dort, wo deren Geruch sehr intensiv ist - ob sie deine Freundin nun besonders gern mag und als ihr Eigentum kennzeichnen will oder ob sie sie eben als Eindringling sieht und versucht, den wenig geliebten Duft zu "übertünchen" - es kann beides sein). Es ist ein Irrglaube, dass Markierungen immer nur das typische Urin-Sprühen im Stehen sind.
Dazu kommt, dass es der Katze Selbstvertrauen gibt, wenn sie ihren eigenen (vertrauten) Geruch wahrnimmt. Es wird also auch gern aus diesem Grund markiert.

Ihr müsstet irgendwie sehen, dass sich eure Katzen alle bei euch wohl fühlen (Unsauberkeit heißt immer, die betreffende Mieze ist sehr, sehr unglücklich und meist verunsichert). Sicherlich nicht einfach. Aber immerhin schon mal gut, dass die Angriffe auf die ältere Katze aufgehört haben (falls sowas wieder losgeht: dazwischengehen, bevor sich richtige Feindschaft aufbaut).

Achtet strikt darauf, dass jede Katze zu ihrem Recht kommt, dass keine bevorzugt wird. Und lasst nicht zu, dass eine von einer oder beiden anderen schikaniert wird. Das muss nicht immer per Kampf sein, das kann auch einfach häufiges Anstarren oder Belauern sein, Lieblings-Platz besetzen, den Weg versperren, am Klo oder auf dem Weg dorthin auflauern und überfallen oder auch nur anstarren, desgleichen beim Futtern - alles das sind Aggressionen, die man als Mensch leicht übersieht. Aber es ist, wenn es ausgeprägt ist, das reinste Mobbing. Und deswegen sollte man dann permanent einschreiten. Das kostet am Anfang Nerven, weil man die ganze Zeit nichts anderes zu tun scheint, aber irgendwann hat es auch die hartnäckigste Katze begriffen, dass so ein aggressives Verhalten unerwünscht ist. Und dann kann man die strikte Überwachung wieder einstellen. Gelegentlich dürfen sie solch ein Verhalten ja zeigen, schließlich müssen sie die Chance haben, sich auseinander zu setzen, Konflikte zu lösen - möglichst ohne Kampf. Nur wenn es Dauerzustand wird oder die gemobbte Katze sichtlich ängstlich (oder unsauber) reagiert, wird es höchste Zeit, einzuschreiten und erstmal komplett einen Riegel vorzuschieben.

Denkt dabei aber daran, dass auch der "Mobber" einfach nur das tut, was in freier Natur jedes Tier versucht: Sein Revier zu sichern. Die aggressive Katze ist deswegen nicht "böse".
Also bitte nicht bestrafen und dauer-böse mit ihr sein, sondern nur situationsbezogen schimpfen oder sie ganz einfach mit einem energischen Nein wegnehmen oder abdrängen - und dann ist es wieder gut. Die Miez soll sich ja ihrerseits auch nicht abgelehnt fühlen. Dann hätte sie ja, aus ihrer Sicht, noch mehr Grund, um ihr Revier zu kämpfen. Sie soll nur einfach lernen, dass dieses mobbende Verhalten nicht gewünscht ist - mehr nicht.

Die bepinkelten Stellen möglichst gut reinigen (aber nicht mit was Ammmoniak-Haltigem) und eventuell erstmal abdecken (Plastikplane oder Alufolie sind sehr unbeliebt zum Raufgehen bei Katzen), um die Pinkel-Gewohnheit zu durchbrechen.

Hilfreich kann auch Feliway sein. Ein Duft (für Menschen nicht wahrnehmbar), der den Wohlfühl-Geruch imitiert, den Katzen normalerweise in ihrem innersten Revier verteilen: per Köpfchengeben und Krallenwetzen. Das machen sie nur dort, wo sie sich rundherum sicher fühlen, wo keine "Markierungen gegen Fremde" (wie auch Urin- und Kotmarkierungen es sind und wie sie an den Reviergrenzen normalerweise vorgenommen werden) nötig sind. Umgekehrt vermittelt aber auch der Duft der Katze die Gewissheit: Hier bist du sicher, kannst dich wohl fühlen. Feliway gibt's beim TA. Und ich würde auch auf diesem Präparat bestehen - ich jedenfalls habe von dem schon eine Menge Erfolge gehört, von anderen Mitteln eher selten (gebraucht habe ich selbst es aber noch nicht, aber ich hatte auch noch keinen Fall, wo sich die Fronten über doch recht lange Zeit so verhärtet hatten bei den Miezen).

Nur der Vollständigkeit halber: Pinkelt die betroffene Mieze ansonsten völlig normal (Menge, Häufigkeit, Verhalten dabei, etc.?). Auch eine Blasenentzündung (oder Blasensteine, etc.) kann durchaus dazu führen, dass eine Katze unsauber wird. Manchmal scheinen sie dann dem Klo die Schuld an den Schmerzen zu geben und mögen nicht mehr dorthin gehen, suchen sich statt dessen einen anderen Platz. Beim geringsten Hinweis auf solch eine Krankheit würde ich das als erstes abklären lassen.

Und noch ein Punkt: Du schreibst so schön vom "Kastraten"? Ist nur der Kater kastriert und die pinkelnde Katzendame nicht? Auch unkastrierte Katzendamen neigen oft zu Unsauberkeit - teils, weil sie mit dem Urin Duftbotschaften (an die Kater sowieso, aber eventuell auch an Nebenbuhlerinnen) abgeben, teils wohl aber auch einfach aus Frust, wenn sie immer wieder rollig werden, aber nicht raus dürfen.

So, und jetzt dürft ihr Ursachenforschung betreiben - vielleicht kommen ja auch mehrere Punkte zusammen. Ich tippe allerdings (neben der eventuellen Nicht-Kastration) vor allem auf die psychische Konkurrenz-Situation.
Warum erst jetzt? Vorher war das Revier für alle noch recht neu, die Kämpfe darum wurden noch geführt. Jetzt hat sich eine Art Dauerzustand etabliert, mit dem sich die "Pinkel-Madam" aber leider nicht wohl fühlt. Also protestiert sie und versucht es zu ändern.

Ich wünsche euch für die nächste Zeit dann gute Nerven - vergesst bei aller verständlichen Wut, wenn mal wieder ein Malheur passiert ist, nicht, dass die Katze sehr unglücklich ist und Verständnis statt Strafen braucht - und ich wünsche euch auch genug Fingerspitzengefühl, um die Zusammenlebe-Situation in den Griff zu kriegen, damit bald alle Miezen (und ihr) wieder glücklich seid.

LG Sigrid
:


: Hallo

: Bei uns gibt es ein Problem, was erst seid ca. 2 Wochen auftritt.
: Wie sind mit unseren 3Katzen vor 4Monaten zusammen gezogen. Meine Freundin hat ihre alte (14Jahre) Katze und ich meine beiden (Katze und Kastrat, beide 1,5Jahre alt) mitgebracht.
: Die ersten 2 Wochen war alles ok. Dann fing es an das die 2 sich über die "Alte" hergemacht haben. Vor allem das Kastrat hat sich immer wieder mit ihr richtig geprügelt, so das auch des öfteren mal Blut floss.
: Seid ein 2-3Wochen hat sich das gelegt und es kommt nur nocht zu gelegentlichen, aber harmlosen Übergriffen.
: Dafür macht meine junge jetzt Probleme.
: Sie markiert in abständen von 2-3Tagen die Couch, die meine Freundin mit in die Wohnung gebracht hat. Auf genau der Stelle wo sie immer liegt(und oft auch die Alte Katze), markiert sie nun ständig. Wenn sie die Möglichkeit hat auch auf dem Bett auf der Seite meiner Freundin.

: Was uns wndert, warum erst jetzt und nicht am Anfang schon???
: Hat jemand eine Erklärung oder noch besser, eine Hilfe gegen das Problem???

: Unseren Dank im voraus
: Torsten




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